04
February
2013

Wie Glaubenssätze unser Leben bestimmen

Und wie man schlechte Glaubenssätze erkennt und loswird

Allgemeine Glaubenssätze gibt es viele. Zwei Beispiele: Frauen können nicht gut Auto fahren, Männer sind nicht fähig, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Sie werden immer gern zitiert, wiederholt und als feste Argumente angeführt. Dabei haben mehrere Studien im Laufe der Jahre gezeigt: Die meisten dieser Glaubenssätze sind falsch. Es ist richtig, dass Frauen anders fahren als Männer, aber nicht schlechter. Es stimmt, dass Männer besser arbeiten, wenn sie Dinge nacheinander erledigen. Aber das ist bei Frauen nicht anders. Multitasking überfordert jedes Gehirn in einem gewissen Maß. Trotzdem halten sich diese „Wahrheiten“ hartnäckig.

Ein Satz fürs ganze Leben?

Mit den eigenen Glaubenssätzen ist es oft genauso. „Es ist einfacher einer Kuh das Steppen beizubringen als dir Mathematik.“ Diesen Satz hat mein Mathelehrer in der vierten Klasse zu mir gesagt. Er meinte ihn als Scherz und erntete damit wirklich ein paar müde Lacher. Doch bei mir kam die Botschaft an: „Mathematik wirst du nie begreifen. Das ist einfach zu schwer für dich.“ Diesen Satz habe ich verinnerlicht und bis heute beibehalten. Wenn es an Rechenaufgaben geht, gebe ich sie immer an jemand anderen weiter.

Eine Freundin von mir schaute jahrelang neidisch auf die Kinder anderer Frauen. Sie liebte Kinder, spielte gern mit ihnen und nahm bei jeder Gelegenheit eins auf den Arm. Sie und ihr Mann waren beide jung, gesund und lebten in den besten Verhältnissen. Irgendwann sprach ich sie darauf an, warum sie sich denn nicht an eine eigene Familie dachte. Daraufhin sagte sie, sie halte sich nicht für eine gute Mutter. Verblüfft wollte ich wissen, wieso denn nicht. Sie antwortete: „Meine Mutter meinte einmal, ich wäre zu egoistisch für Kinder.“

Im Laufe unseres Gespräches stellte sich heraus, dass ihre Mutter diesen Satz tatsächlich einmal gesagt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war meine Freundin 16 und die beiden hatten sich furchtbar gestritten. Dieser Satz war inzwischen 12 Jahre alt. Meine Freundin war längst ein völlig anderer Mensch. Aber der daraus entstandene Glaubenssatz war für sie genauso wahr wie zuvor.

Gute Sätze, schlechte Sätze

Glaubenssätze können auch etwas Gutes sein. Wenn wir merken, dass wir ein Talent haben und uns andere darin bestätigen. Wenn mir ein Glaubenssatz zeigt, dass ich etwas schaffen kann, dann ist es ein guter Glaubenssatz.

Doch solche Sätze können eben auch emotionaler Ballast sein. Ballast, den wir völlig unnötig mit uns herumschleppen. Wie im Fall meiner Freundin. Ihr Glaubenssatz hielt sie davon ab, etwas zu tun, was sie gern wollte. Und solche inneren „Wahrheiten“ sind nicht gut für uns. Sie hindern uns daran, dem zu folgen, was uns wichtig ist.

Mach den Realitäts-Test zu Deinen Glaubenssätzen!

Doch es gibt einen einfachen Weg, Glaubenssätze auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen: Probiere es einfach aus. Mein Glaubenssatz über Mathematik hält mich immer davon ab, etwas selbst auszurechnen. Die logische Konsequenz ist, dass ich keine Übung darin gewinne. Deswegen werde ich auch nicht besser und mein Glaubenssatz erweist sich immer wieder als wahr. Doch jeder Glaubenssatz sollte erst mal den Realitäts-Test bestehen.

Probiere einfach aus, wovon du bisher immer dachtest, dass du es nicht kannst! Versuche es nicht einmal, sondern mehrmals. Lass dich nicht gleich entmutigen. Beginne klein und steigere dich. Und dann frage dich: Bin ich wirklich so schlecht in diesem oder jenen? Kann ich das wirklich niemals schaffen? Und: Bin ich immer noch der Mensch, für den dieser Satz einmal gestimmt hat?

Ich bleibe noch einmal beim Beispiel Mathematik. Ein Bekannter von mir war ebenfalls ziemlich schlecht in diesem Fach. Er hangelte sich so durch und bestand die Prüfung im Abitur mit Ach und Krach. Danach wollte er studieren, wusste aber nicht was. Schließlich entschied er sich für Ingenieurswesen. Richtig, ein Fach mit viel Mathematik. Doch seine Einstellung war: Das muss zu schaffen sein. Vielleicht habe ich es bisher nur noch nicht richtig versucht. Er biss sich durch. Heute ist er ein sehr erfolgreicher Ingenieur und Unternehmensberater.

Und meine Freundin? Sie begann damit, öfter mal ihren kleinen Neffen zu hüten. Allein und ohne Hilfe. Sie steigerte dies zu mehreren festen Terminen im Monat, kürzte also ihre eigene Freizeit dafür. Und sie merkte: Es machte ihr nichts aus. Die Zeit mit dem Kleinen gab ihr mehr zurück als sie ihr nahm. Ein Jahr später wurde sie auch Mutter. Und sie merkte: Sie war längst aus ihren Glaubenssätzen herausgewachsen und es wurde Zeit für neue.

  • Und bei Dir?

  • Brauchst Du Deine Glaubessätze noch?

  • Sind sie noch gültig?

  • Oder waren sie es vielleicht auch noch nie?

Alles Liebe

Melanie

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Autor: Jan
Kategorie: Bewusstsein, Persönichkeitsentwicklung

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